Da es sehr viele Irrtümer und viele Verschwörungstheorien, sowie gezielte Desinformationen bestehen, möchte ich wie folgt ein paar Dinge aufzeigen.
Nur etwas am Rande vorweg.
Vitamin B₁₂ Mangel ist ein Mangel der vor allem Fleischesser betrifft. Daher ist die Argumentation, dass das eine Vegetarierkrankheit sei mehr als hanebüchen.
Selbstverständlich können auch Vegetarier/Veganer diesen Mangel bekommen, das hat dann aber nichts mit dem Vegan sein zu tun.
Wer sich das Buch Green for Life von der Victoria Boutenko durchliest, der wird aber erahnen können, dass im Prinzip JEDER früher oder später erkranken muss, wenn man dauerhaft seinen Körper mit Kochkost (egal ob vegan oder unvegan) versaut hat.
Um jetzt aber ein paar Irrtümer aufzudecken hier ein paar Infos, wie man natürliches Vitamin B₁₂ einnehmen kann.
1. Bierhefe Panaktiv hier
Bierhefe enthält von Natur aus Vitamin B₁₂. Nur Mikroorganismen sind in der Lage, dieses Vitamin herzustellen. Somit stammt auch das Vitamin B₁₂ in tierischen und wenigen pflanzlichen Lebensmitteln ausschließlich aus diesen Einzellern. Da viele Menschen tierische Lebensmittel ablehnen, stellt Bierhefe eine wichtige B₁₂-Quelle dar.
In der Fachliteratur und im Internet kursiert die Fehlinformation, dass Bierhefe kein oder kein wirksames Vitamin B₁₂ enthält. Tatsächlich sind diese Literaturquellen veraltet und ein Autor hat vom anderen abgeschrieben. Auch wurden Analysemethoden verwendet, die nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Richtig ist, dass es immer einen gewissen Anteil an sogenannter Analoge von Vitamin B₁₂ gibt, die keine Wirksamkeit besitzen. Diese zu quantifizieren ist aber derzeit mit der etablierten Labor-Diagnostik für Lebensmittel nicht möglich- auch wenn manche Autoren das behaupten.
Analysen dreier unterschiedlicher unabhängiger Lebensmittel-Labore haben erfreulicher Weise hohe Werte für Vitamin B₁₂ in Panaktiv festgestellt. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, können die Werte schwanken.
Zitat aus einem Brief von Dr.H Metz an mich, als ich Panaktiv bestellt hatte.
Webseite hier:
http://www.drmetz.de/de/produkte/panaktiv/index.php
Schmeckt leider nicht nach Zuckerwasser :DD
2. Hefeextrakt Vitasan hier
Verbraucher-Information: Hefe-Extrakt als Geschmacksverstärker
Zur Zeit wird das Thema Hefe-Extrakt / Geschmacksverstärker sehr medienwirksam aber nicht wirklich objektiv
aufbereitet. Aktuelle Pressemeldungen unterstellen, dass jeder Hefeextrakt Geschmacksverstärker enthalte,
bzw. gehen sogar so weit zu behaupten, Hefeextrakt sei nichts anderes als ein Geschmacksverstärker.
Bitte erlauben Sie uns, aufklärend dazu Stellung zu nehmen:
VITAM-R Hefe-Extrakt ist ein wertvoller Lieferant von hochwertigem Eiweiß und B-Vitaminen, die ja vom Körper
kaum gespeichert werden können und daher regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Neben
Fleisch und Innereien ist Hefeextrakt sogar die effizienteste Quelle für die Versorgung mit B-Vitaminen und somit
als Nahrungsergänzungsmittel für Vegetarier, Sportler aber auch während der Schwangerschaft und Stillzeit
ideal.
Hinzu kommt, dass Menschen, die sich bewusst für eine vegetarische Ernährung entschieden haben, sich aber
aus ihrer Kindheit noch an den Geschmack von Fleisch erinnern, VITAM-R Hefe-Extrakt auch aus diesem Grund
als Würzmittel schätzen. Denn durch seinen deftig-herzhaften Geschmack kann er Gerichten eine fleischähnliche
Note verleihen.
Die Wirkung eines Geschmacksverstärkers, der lediglich billige Zutaten „schönen“ soll, könnten wir wesentlich
einfacher und günstiger erzielen, als durch die Zugabe unseres recht hochpreisigen Hefe-Extraktes. Zudem ist
wissenschaftlich nicht belegt, dass sich aus Glutaminsäure in weiterverarbeiteten Produkten überhaupt
Natriumglutamat bildet.
Hierzu finden Sie nachfolgend einige Hintergrundinformationen:
Tatsache ist:
A) Hefeextrakt
Im Hefeextrakt sind von Natur aus viele Aminosäuren enthalten, jene
Eiweißbausteine also, die für den Aufbau und Erhalt unserer Knochen und des
Muskelgewebes lebenswichtig sind.
Eine dieser wichtigen, im Hefeextrakt enthaltenen, Aminosäuren ist die "Glutaminsäure".
B) Glutaminsäure
Glutamin und Glutaminsäure sind die am meisten in unserer Körpermuskulatur vorkommenden
Aminosäuren. Beide haben wichtige Funktionen im menschlichen Körper. So ist Glutamin der
Hauptbrennstoff für alle schnell teilenden Zellen, wie etwa die Darmzellen. Mangelerscheinungen
sind ein geschwächtes Immunsystem und verzögerte Wundheilung. Glutamat (die ionisierte Form
der Glutaminsäure) wirkt als Neurotransmitter bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen.
Der menschliche Organismus produziert täglich eine Menge von ca. 50 g Glutamat selbst. Zusätzlich
werden nur etwa 8-12 g Glutamat über die Nahrung aufgenommen, z.B. aus Käse, Tomaten, Soja,
Pilzen sowie Kuh-und sogar Muttermilch (Muttermilch 22 mg/100 ml vgl. zu Kuhmilch 2 mg/100 ml).
ÄÅ Den höchsten Gehalt an Glutaminsäure weisen dabei (jeweils bezogen auf 100 g) auf:
o Hart-und Schnittkäse (8 -5 g), gefolgt von
o Erdnüssen (5 g), Mandeln (4,5 g), sonstige Nüsse (2,9 -2,5 g),
o Fleisch (4,5 -3,9 g), Fisch (3,8 -2,8 g), Hühnereier (1,5 g)
o Magerquark (2,8 g), Tofu (2,6 g), Frischmilchprodukte (0,7 g)
o Nudeln (1,8 g), glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste), Hülsenfrüchte (1,5 -0,6 g)
Eine Portion Nudeln mit Tomaten und Parmesan aus frischen Zutaten selbst zubereitet enthält
damit ca. 4,1 g Glutaminsäure.
ÄÇ Hefeextrakt enthält demgegenüber 3,7 g Glutaminsäure pro 100 g -hierbei ist zu bedenken, dass der
Wert nicht nur im Mittelfeld anderer Lebensmittel liegt, sondern dass man von diesem Würzmittel auch
nur kleinste Mengen im Vergleich zu anderen Lebensmitteln konsumiert.
Auf einer Scheibe Brot wären das etwa 0,3 g Glutaminsäure, gleiches gilt für das Würzen mit Vitam-R,
bzw. eine trinkfertige Vitam Hefebrühe.
C) Geschmacksverstärker
Der Geschmacksverstärker Natriumglutamat ist chemisch gesehen ein Salz der
Glutaminsäure. Er wird aus Glutaminsäure-Anionen und Natrium-Kationen
gebildet.
Wird Geschmacksverstärker einem Lebensmittel zugegeben, verlangt die deutsche Lebensmittel-
Kennzeichnungsverordnung die Einzelkennzeichnung in der Zutatenliste, wie nachfolgend aus einem
Auszug der Stellungnahme des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und
Landwirtschaft(Referat 312, vom 14.06.2005) deutlich wird:
„(...) Stellen die Vorschriften der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung (LMKV) zur
Grundkennzeichnung von Lebensmitteln in Fertigpackungen sicher, dass sich Verbraucherinnen und
Verbraucher anhand der Angaben auf dem Etikett über ein Produkt informieren und ihre
Kaufentscheidung entsprechend treffen können. Nach diesen Vorschriften muss die Verwendung
von Glutamat deklariert werden. Anzugeben ist in der Zutatenliste der Klassenname
„Geschmacksverstärker“ und / oder zusätzlich die E-Nummer (E 620 bis 625) oder die
Verkehrsbezeichnung.“
Ein wenig Lebensmittelchemie:
Da Hefeextrakt sowohl Glutaminsäure als auch Natrium enthält ist es
theoretisch möglich, dass diese beiden sich zu Natriumglutamat verbinden.
Auf diesem Gedankenspiel gründet sich die Argumentation der Journalisten. Ein wissenschaftlich
fundierter Beweiß wird jedoch nicht erbracht. Dieser Beweiß ist technisch auch gar nicht möglich, da eine
chemische Analyse mit dem Untersuchungsziel, den Natriumglutamatgehalt eines Hefeextraktes
festzustellen, jeweils nur nach der Glutaminsäure sucht. Die Analyse kann jedoch bislang nicht
feststellen, ob und wie viel der Glutaminsäure tatsächlich zum Natriumglutamat reagiert. Denkbar ist zum
Beispiel auch, dass sie nicht mit dem Natrium aus dem zugefügten Kochsalz, sondern mit dem ebenfalls
vorhandenen Kalium reagiert. Da aber die Glutaminsäure bekannter- und gewolltermaßen in VITAM-R
Hefeextrakt enthalten ist, wird sie bei einer Analyse natürlich auch gefunden, ohne dass deshalb ein
gesundheitlich bedenklicher Geschmacksverstärker im Produkt enthalten wäre.
Die Aussage "Jeder Hefeextrakt enthält Geschmacksverstärker" kann somit
analytisch weder verifiziert noch falsifiziert werden.
Angesehene Lebensmittelchemiker gehen jedoch aufgrund der sogenannten Dissoziationskonstanten
davon aus, dass die im Hefeextrakt vorhandene Glutaminsäure das Natrium-Kation aus dem zur
Extraktion zugefügten Kochsalz gar nicht erst für eine weitere chemische Reaktion herauslösen kann, da
die Glutaminsäure eine sehr schwache Säure ist.
Doch selbst wenn sich Glutaminsäure-Anionen und Natrium-Kationen in der
Mischung finden und dann auch noch zu Natriumglutamat reagieren würden, stellt sich die Frage, ob
dieses natürlich entstandene, allenfalls in Spuren vorhandene, Natriumglutamat die gleiche Wirkung wie
das künstlich hergestellte hat. Gerade unter dem Aspekt, dass viele unserer traditionellen
Grundnahrungsmittel wie Muttermilch, Eier, Weizen, Reis, Möhren und viele andere Gemüse hohe
Mengen an Glutamat enthalten, scheint dieses eher unwahrscheinlich.
Vitam-R Hefeextrakt im Gegensatz zu anderen Hefeextrakten
Den Vitam-R Hefeextrakt produzieren wir seit dem Jahre 1925 in unveränderter Weise für Reformhäuser
und Naturkost-Fachgeschäfte. Die im Rahmen dieser Verbraucherinformation getroffenen Aussagen
beziehen sich ausdrücklich nur auf das Produkt aus unserem Hause. Im Gegensatz dazu gibt es jedoch
einige andere Hersteller, die sich auf Hefeextrakte spezialisiert haben, welche durch ein in den 1970er-
Jahren verändertes Produktionsverfahren bewußt eine geschmacksverstärkende Wirkung haben. Selbige
beruht allerdings nicht auf der Glutaminsäure. Von letztgenannten Produkten distanzieren wir uns
deutlich.
Zitat aus Verbraucherinformationen