Liebe Freunde,
wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne mal provoziere, übertreibe oder auch oft sehr direkt bin. Gerade was Überschriften betrifft. Ich denke da an meinen sehr erfolgreichen Film „Der dumme Vegetarier“, der mit rund 400.000 Aufrufen (Stand Jan. 14) auf youtube in 49 Minuten, ohne Schlachthausszenen alle wesentlichen Zusammenhänge bezüglich der Umwelt vernichtenden Lebensweise des Fleischkonsums auf den Punkt bringt, ohne dem Fleischesser persönlich einen Vorwurf zu machen.
Die Industrie als Täter
Nicht nur, dass ich selber lange genug überzeugter Fleischesser war, da ich so aufgewachsen und erzogen worden bin, sondern weil der Einzelne durch Werbung, Fehlinformationen und teilweise Gehirnwaschungen gezielt manipuliert wurde und wird und daher in meinen Augen auch nur Opfer ist. Täter ist die Industrie die dahinter steckt.
Deswegen bin ich auch absolut jedem Fleischesser gegenüber zu 100% tolerant.
Was bedeutet überhaupt tolerant?
Für mich bedeutet das, dass ich andere Meinungen, Sicht.- u.Handlungsweisen toleriere, auch wenn ich die Meinungen, Sicht.- u.Handlungsweisen total bescheuert finde. Der springende Punkt dabei ist aber. Diese Toleranz fordere ich dabei aber auch für mich selber ein. Und zwar zu 100%.
Beispiel:
Mir ist persönlich egal wer was isst. Isst einer den ganzen Tag Fleisch, ist der mir genau so sympathisch wie ein Veggi, so lange mir dieser Fleischesser keine blöden Sprüche um die Ohren haut oder mir Essensvorschriften machen will.
Wenn derjenige also meine Art zu leben akzeptiert, ohne dass ich mich erklären muss, dann ist alles im grünen Bereich. Ich gehe schliesslich auch nicht in ein Metzgerei-Forum und mache den Leuten dort ihre Hobbys madig, indem ich den Leuten dort in ihrem eigenen Metzgerei-Forum versuche meine veganen Sichtweisen unterzujubeln. Denn dann wäre ich intolerant den Leuten gegenüber die sich dort tummeln. Dabei spielt es auch keine Rolle wie bescheuert ich das finde oder nicht. Jeder wie er mag.
Hinzu kommt noch etwas. Ich kann mit Leuten befreundet sein, auch wenn die das ein oder andere machen, was ich ebenfalls total bescheuert finde. Das reduziert sich dann nur auf die ein oder andere Sache die ich bescheuert finde, aber das betrifft dann nicht die ganze Person bzw. Freundschaft. Man muss nicht zu allem die selbe Meinung oder Ansicht haben. Aber auch hier ticken viele gleich durch. Eine dumme Tat oder Aktion, ein dummer Satz in Augen anderer und zack, lernt man seinen gegenüber als Diktator kennen. Meistens sind es Leute die sich selbst für Gutmenschen halten. Man kann dann froh sein, dass man dann nur noch Opfer von hinterhältigen verlogenen Hetzkampagnen wird und derjenige nicht sofort die Guillotine aus der Hosentasche zieht und sofort vollstreckt!
Das sind oft die intolerantesten Menschen die mir begegnet sind. Leute die meinen, jeden und alles kritisieren zu müssen, weil sie selber ja hach so toll sind. Was heisst hier hach so toll. Die besten Menschen der Welt ist fast noch untertrieben...
Und leider,.. leider betrifft das immer so Szenen wie zum Beispiel die Veggiszene.
Achtung: Wer übertreibt kann anschaulich darstellen
Immer öfter kommt mir die Veggiszene wie eine Inzuchtgruppe vor, die sich für was besseres hält und jeden der anders denkt und sich nicht bekehren lässt, ausgrenzt. Das geht sogar so weit, dass es Treffen gibt, wo explizit nur Veganer kommen dürfen? Ich könnt mich, wenn es in MEINEN AUGEN nicht so traurig wäre, darüber beömmeln.
Was passiert wenn man sich nur „untereinander“ fortpflanzt?
Ich schätze ein Blick in diverse Königshäuser oder alpenländische Landstriche gibt genügend Antworten. Aber Spaß beiseite.
Das es große Spezialveranstaltungen wie Rohvolution, Veggi-Streetday und so Sachen gibt, ist ganz toll. Das dort überwiegend Gleichgesinnte in der Mehrzahl unter sich sind ist logisch und völlig ok. Man kann sich austauschen, von anderen lernen etc.. Es ist auch nix gegen ein Treffen im privaten einzuwenden, wo sich Veggis untereinander treffen wollen und so.
ABER wenn es Treffen gibt wo Fleischesser explizit ausgeschlossen sind, dann ist das für mich sehr suspekt. Leute die quasi nur noch durch die Gegend laufen und den Blick ausschliesslich auf ihre „Religion“ werfen, also quasi einen Tunnelblick aufsetzen, die separieren sich eh von der Gesellschaft. Und ich finde mittlerweile. Zu Recht. Denn wie anmassend muss man sein, sich für einen Gutmenschen zu halten, aber andere Lebensweisen nicht zu tolerieren?
Das hat sogar schon was von Blasphemie. Denn Gott, so heisst es, liebt doch alle Menschen. Und ein freier Wille bedeutet freier Wille. Ich selber kann das zwar doof finden, wenn Tiere gequält und sinnlos getötet werden, aber für wen halte ich mich, dass ich mir das Recht herausnehme, das zu verurteilen? Etwas doof finden und etwas zu verurteilen ist für mich ein Unterschied. Fange ich an etwas zu verurteilen, dann würde ich mich über Gott und dabei Gott gleichzeitig infrage stellen. Atheisten müssen das jetzt nicht verstehen :). Eine Meinung über etwas zu haben ist ja ok. Aber das darf nie in Intoleranz enden.
Jeder muss für sich selber entscheiden was er macht und auch warum er was macht.
Ich bin Veggi ganz allein für mich. Und wenn ich der einzige Veggi auf der Welt wäre. Wer auch veggimäßig essen will, dem kann ich helfen. Wer nicht veggimäßig essen will muss es auch nicht.
Ist ein Veggi der seine Umwelt terrorisiert
ein besser Mensch als ein Fleischesser
der jährlich 10 Mio. € für Kinderheime spendet?
Was für Vorteile hat denn Toleranz in Bezug auf Vegetarismus bzw. Veganismus?
Der Vorteil für mich liegt so klar auf der Hand, dass es mich schon sehr verwundert, dass das so wenige erkennen. Je offener und wirklich toleranter ich gegenüber Fleischessern bin -so lange das auch ehrlich ist-, desto mehr Möglichkeiten habe ich, Fleischessern die vegane Küche schmackhaft zu machen. Desto mehr Möglichkeiten habe ich, Fleischessern die nachteiligen Hintergründe des Fleischkonsums zu verdeutlichen und die Schmackhaftigkeit der veganen Fleischküche aufzuzeigen usw..
Wenn ich aber einen Schnitzel essenden Menschen sehe, auf ihn zu gehe und sage:
„Ey du doofes Arschloch du elender Tierquäler“,
ich also so meiner Umwelt total auf den Sack gehe, dann erreiche ich höchstens, dass ich ein paar aufs Maul kriege oder bestenfalls nur abgelehnt werde. Aber Gehör finde ich in keinster Weise. Und dass ich dann immer mehr von diesen Leuten ausgegrenzt werde, sollte mich dann auch nicht wirklich wundern.
Alleine wenn ich mir nur darüber Gedanken mache, was andere Essen oder nicht, also eine Einteilung vornehme, ist das für mich schon der falsche Ansatz, weil solche Gedanken schon von einer intoleranten Haltung geprägt sind. Da steckt ja schon der Vorwurf und die eigene Überheblichkeit mit drin. Das ist in meinen Augen an Anmaßung kaum zu überbieten.
Es spricht aber nichts dagegen einen schlauen Plan zu haben.
Ich finde ja auch nicht, dass man untätig bleiben soll.
Im Gegenteil. Der Unterschied ist nur, ob ich etwas GEGEN oder FÜR Etwas mache.
Mache ich etwas GEGEN Etwas, dann ist das der falsche Weg. Mache ich etwas FÜR Etwas dann ist es in meinen Augen der richtige. Das hat dann alles eine ganz andere Energie. Diese Energie ist positiv und aufbauend. Diese Energie macht einfach Spaß. Und Spaß steckt an.
Lachen ist genauso ansteckend wie Ärger.
Dann verbreite ich doch lieber mit Spaß und stecke damit die Leute an.
Meine Rezepte und Videos machen sich für Etwas stark.
Nämlich für vegane Alternativen, ohne den Zeigefinger zu erheben.
Das macht mir Spaß und steckt an. Mir ist ein Fleischesser der anfängt mal das eine oder andere Rezept auszuprobieren tausendmal lieber, als ein Veganazi, der einen Fleischessser im wahrsten Sinne des Wortes abschreckt und ihn für das Veggithema auf Jahre hin unzugänglich macht.
Vor einiger Zeit standen so Aktivisten vor einem Supermarkt und haben den Leuten, die Eier im Einkaufswagen hatten, mit Schreckensparolen und Vorwürfen deren „falsches Verhalten“ vorgehalten bis die Polizei kam und die Aktivisten ein Platzverbot erteilt bekamen.
Die Reaktion der angesprochenen Leute?
Das könnt ihr euch wohl vorstellen. Idiotische Trottel war noch das freundlichste was ich so hörte. Aber was haben die erreicht? Ich meine außer Ablehnung. ... nix.. gar nix.
Wären diese Aktivisten mit Pfannen und einem Gasbrenner dort aufgetaucht und hätten die Leuten einfach mal zum Rührtofu probieren eingeladen, dann wäre die Aktion sicherlich für alle Beteiligten besser gelaufen. Denn wenn die Leute probieren und man sich dann mit ihnen unterhält, dann kann man über den Sinn vernünftig aufklären und man findet Gehör.
Aber nein, die Schwachköpfe wollte auch mir nicht zuhören und fanden sich ganz toll, dass die eine Aktion die aufsehen erregt durchgeführt haben.
Wäre die Polizei nicht aufgetaucht, hätte ich sie gerufen, weil solche Deppen mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die wirkten auf mich auch wie so Pseudogutmenschen, die sich für den Nabel der Welt halten, aber über den Schaden den sie anrichten nicht nachdenken.
Wenn ich also mehr Zeit, mehr Kontakte mit Fleischessern habe, habe ich viel mehr Möglichkeiten, Menschen mit dem Veggigedanken zu „infizieren“, als wenn ich mich jetzt nur noch in Veggikreisen bewege. Und wenn man sich einen Spaß daraus macht, das ein oder andere vegane Fleisch.- oder Wurstgericht oder eine Süßspeise seinem Umfeld zum probieren gibt, dann ist der Spaß immer wieder am größten, wenn man dann das Geheimnis lüftet, dass das ein veganes Essen war.
Die großen Augen, das ungläubige Gesicht,... unbezahlbar :)
Ich nenne das von hinten durch die Brust ins Auge.