Da es auf der einen Seite wirklich vegane Extremisten genauso wie es noch bescheuertere unvegane Extremisten gibt, will ich an dieser Stelle mal etwas über Verhältnismäßigkeit im doppelten Sinne aus meiner Sicht darstellen.
Ich kenne die genauen Zahlen über die Anzahl der Veganer / Vegetarier nicht, aber schätzungsweise wird die Zahl wohl 10% (in Deutschland) nicht übersteigen. Es kommt auch auf den genauen Prozentsatz nicht explizit an.
Gehe ich nun von 10% bei 80 Millionen Einwohnern aus, dann stehen 8 Millionen Vegetarier 72 Millionen Allesessern gegenüber. So weit so gut.
Jetzt kommen die Extremisten ins Spiel. Und zwar die veganen, die auch mir so ziemlich auf den Nerv gehen. Ich rede jetzt nicht von engagierten Menschen, die sich auch dafür einsetzen, dass Dinge wie unveganer Essig, Wein etc. bekannt wird, weil die Industrie die perversesten Dinge zur Herstellung ihrer Produkte nutzt. Diese Menschen die solche Tatsachen an die Öffentlichkeit bringen genießen meinen höchsten Respekt und meine höchste Achtung. Denn nur so kann ich, wie viele andere auch, mein Leben darauf entsprechend ein- bzw. umstellen.
Aber, und jetzt kommt das ABER.
Da man auch als langjähriger Vegetarier/Veganer im alltäglichen Leben dazu verführt werden kann, unveganes Essen oder Getränke zu sich zunehmen, sollte das dem Einzelnen kein so großes Kopfzerbrechen bereiten. Schon garnicht diesen Extremisten gegenüber, die diese „inkonsequenten Fehltrittsmenschen“ bei solchen „Verfehlungen“ am liebsten auf den nächsten Scheiterhaufen verbrennen würden, um ihre Liebe zu den Tieren zu dokumentieren. Das klingt oft so wie bei den verschiedensten Religionsfanatikern, die gerne mal für den Frieden töten.
Das Dumme daran ist leider folgendes.
Da es nicht die perfekte Welt gibt, sollte man meiner Meinung nach, jeden unterstützen der den richtigen Weg eingeschlagen hat, oder einschlagen möchte.
Das ist nicht nur fairer, respektvoller sondern auch viel sinnvoller.
Denn jetzt kommt der andere Sinn von Verhältnismäßigkeit.
Was bringt es, wenn man wie ein geistesgestörter darauf herumreitet und einem Veganer vorwirft, er würde vielleicht doch mal ein Ei, oder ein Stück Butter essen? Selbst wenn ein Veganer sich zu einem Stück Fleisch hinreißen lassen würde. Schließlich muss das doch jeder selber für sich entscheiden.
Aber wenn ich wirklich etwas bewegen will, muss ich nicht im Tausendstel herumkramen, sondern ich muss in die Vollen gehen.
Denn wenn ich von den 90%, also von den 72 Millionen Menschen jeden Einzelnen dazu bringen kann nur einmal auf Fleisch, Käse Eier etc. in der Woche zu verzichten, heisst das auch, dass ich folgendes geschafft habe:
72 Millionen Menschen x 1 Ei pro Woche ( 1 Tag) weniger essen x 52 Wochen = 3.744.000.000 Eier verhindert.
72 Millionen Menschen x 300g (0,3Kg) Fleisch pro Woche weniger (1 Tag) x 52 Wochen = 1.123.200.000 Kg essbares Fleisch : 100 Kg ( im Durchschnitt ein Schwein) = 11.232.200 Schweine gerettet.
usw.
Wenn ich aber bei den rund 8 Millionen Vegetariern inkl Veganern, die vielleicht 2-3 mal im Jahr trotzdem mal ein Ei oder Käse etc. zu sich nehmen einen Aufstand mache, als hätten sie ein Kind vergewaltigt, dann ist das nun mal nicht zielführend, da die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben ist und letztendlich so gut wie nichts bewirkt. Das ist dann so, als wenn ein Elefant von einer Mücke gestochen wird. Deswegen sollte man auf das GROSSE schauen.
Daher soll jeder machen was er will. Keiner hat das Recht irgendjemanden vorzuschreiben was er wie zu tun hat. Und wenn jemand auf den richtigen Weg ist, dann gilt es diesen Weg zu unterstützen. Wenn einer vom Weg mal „abkommt“ ist das seine eigene Sache. Man muss immer das Positive sehen, hervorheben und bestärken und nicht auf das Negative herumreiten, als gäbe es kein Morgen mehr.
Ist aber wie gesagt nur meine Meinung!


